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21.02.2018

Befehle Rückgängig machen: Zahl der Rückwärtsschritte erhöhen und Infos zu dieser Funktion

(Hintergrund-)Informationen

Der Inventor hat eine Rückgängigfunktion (und natürlich auch eine Wiederherstellenfunktion, um das Rückgängig rückgängig zu machen ;) ). Befehlsaufruf über die Pfeiltasten oben bzw. STRG+Z für Rückgängig und STRG+Y zum Wiederherstellen. Wer mehrere Schritte auf einmal Rückwärts gehen will, kann die Dropdownliste mittels des Pfeils "neben dem Pfeil" ausklappen und gleich mehrere Schritte wählen.

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19.02.2018

Die Inventor–Excel Connection: Wie und bei was arbeiten Inventor und Excel zusammen?

Ein Beitrag mit ein bisschen theoretischem Hintergrund zur Verbindung zwischen Inventor und Excel.

Auszug aus den Inventor 2018 Systemanforderungen:

    • Vollständige lokale Installation von Microsoft® Excel 2010, 2013 oder 2016 für iFeatures, iParts, iAssemblies, Thread-bezogene Befehle, Erstellung von Abständen/Gewindebohrungen, globale Stücklisten, Bauteillisten, Revisionstabellen, tabellenbasierte Konstruktionen und Studio-Animationen von Positionsdarstellungen.  Excel Starter®, Online Office 365® und OpenOffice® werden nicht unterstützt.
    • Die 64-Bit-Version von Microsoft Office ist erforderlich für den Export in Access 2007-, dBase IV-, Text- und CSV-Formate.

In welchen Bereichen nutzt der Inventor (z.T. optional) Excel bzw. ist es sinnvoll ein Excel zur Hand zu haben?

  • iParts / iAssemblies / iFeature
  • Stücklistenexport
  • Teilelisten
  • Bohrungen / Gewinde
  • Positionsdarstellungen
  • Revisionstabellen
  • Parameter
  • Inhaltscenter
  • Punkte importieren
  • VBA
  • iLogic

Excel: 32- oder 64-Bit?

Microsoft stellt alle unterstützen Excel (bzw. Office-) Versionen (2010,2013,2016) in 32-Bit und 64-Bit zur Verfügung. Eine allgemeine Übersicht mit Empfehlungen wann welche Version genutzt werden sollte, stellt Microsoft hier bereit. In einer Firma muss also einiges bedacht werden bei der Entscheidung, welche Bit-Ausbaustufe genutzt werden soll. Ich habe Excel in der 64-Bit Version installiert und konnte keine Probleme feststellen.

Inventor sagen, er soll es mal ohne Excel probieren

Obwohl Autodesk schreibt, das die Umgebungsvariable UseLibXL nicht mehr notwendig ist…

The performance issue loading Thread/Clearance data is resolved. Inventor now reads the Excel spreadsheet for Thread or Clearance data using the Excel libraries, and no longer loads Excel even when Excel is installed on the local machine.

ATTENTION: The environment variable UseLibXL is no longer required, and should be removed from your system as it can prevent Excel from being used for table write operations.

…scheint das nicht ganz zu stimmen (siehe den Hinweis meines Kollegen Tom bei den iParts). Wer also kein Excel hat, kann auf alle Fälle mal probieren, die Umgebungsvariable UseLibXL zu setzen:

Systemsteuerung > System und Sicherheit > System aufrufen und Erweiterte Systemeinstellungen wählen

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Register "Erweitert" aufrufen > "Umgebungsvariablen…" Knopf unten anklicken und im folgenden Dialog eine neue Benutzervariable UseLibXL = 1 über "Neu…" anlegen.

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Anwendungsfälle

Für die nachfolgenden Tests habe ich meine Excel 2010 deinstalliert und geschaut, was passiert, wenn man Funktionen aufruft, die irgendwie mit Excel zusammenarbeiten (oder eben auch nicht).

iParts / iAssemblies / iFeature

Für iParts und iAssemblies  ist zwingend Excel Voraussetzung und das sowohl zum erstellen und ändern der Tabelle wie auch beim Verwenden der Dateien.

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Ergänzung: Mein Kollege Tom Duck hat mich auf folgenden Sachverhalt hingewiesen: Ist die Umgebungsvariable UseLibXL gesetzt (s.o.), ist für das Erstellen, Bearbeiten und Einfügen von iParts kein Excel notwendig.

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Die Funktion "In Tabellenkalkulation bearbeiten" funktioniert logischweise nicht, sehr wohl aber das Bearbeiten der iParttabelle und das Einfügen des iparts in eine Baugruppe.

Bei iFeature ist die Lage etwas anders. Ist das iFeature nicht tabellengesteuert, funktioniert sowohl das extrahieren wie auch das Einfügen ohne Problem. Soll aber ein tabellengestuertes iFeature erstellt oder verwendet werden, geht es nicht mehr ohne Excel.

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Weiterführende Infos zum Thema "iParts":

Stückliste

Als Stückliste (engl. BOM) wird die Liste der Komponenten in der Baugruppe bezeichnet (im Gegensatz zur Teileliste, der Tabelle auf der Zeichung)

Das Bearbeiten einer Liste ist kein Problem. Aber für den Export von als Exceltabellen (xls- und xlsx-Format) wird Excel benötigt. Für alle andere Formate (Dbase, Access, txt, csv) wird keine Excel benötigt.

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Teileliste

Die Stückliste als Tabelle auf der Zeichnung wird Teileliste genannt. Hier gilt das Gleiche, wie bei der Stückliste. Für alle Excelformate wird auch Excel benötigt.

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Bohrungen / Gewinde

Die Informationen zu den zur Verfügung stehenden Gewinde ist definiert in der Datei thread.xls im Design Data Verzeichnis in XLS\de-DE

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Die Vorgabewerte für die Option "Durchgangsbohrung" liegen in der Datei clearance.xls.

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Für die Anwendung der Bohrungsfunktionen ist kein Excel notwendig. Für die Bearbeitung der beiden xls-Dateien natürlich schon (wobei es auch mit Libre Office gehen sollte, solange die Änderung wieder im Excelformat gespeichert wird). Das gilt übrigens nur für die neuen Inventorversionen. Ältere Versionen benötigen Excel, da dort über die COM API auf die Tabellen zugegriffen wird, was sich aber Umstellen lässt. Siehe dazu hier und für noch ältere Versionen hier.

Positionsdarstellung

Um Positionsdarstellungen zu erstellen und auszuwählen ist keine Excel notwendig. Wer die einzelnen Positionsdarstellungen allerdings in Excel bearbeiten will, braucht Excel (wer hätte es gedacht :) )

Im Browser über das + das Register "Darstellungen" einblenden:

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In Excel können nun bestehende Einträge geändert und auch neue Ansichten erstellt werden.

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Wird die Exceltabelle geschlossen, werden die Positionsdarstellungen aktualisiert.

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Zur Animation von Positionsdarstellungen in Inventor Studio wird ebenfalls Excel benötigt, wie uns diese Meldung sagt.

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Weitere Infos zum Thema "Positionsdarstellung":

Revisionstabellen / Tabellen / Bohrungstabelle

Beim Export einer (Revisions-) Tabelle gilt das gleiche wie bei Teilelisten: Ohne Excel kein Export in ein Excelfomat. Sonst sind mir keine Einschränkungen aufgefallen.

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Bei den Bohrungstabellen stand nur der Export in txt und csv zur Verfügung.

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Parameter

In den Inventor Parametern (siehe auch Arbeiten mit Parametern (1), Arbeiten mit Parametern (2), Arbeiten mit Parametern (3)) kann auch auf Parameter in einer Excltabelle zugegriffen werden. Zum Neuverknüpfen muss Excel installiert sein.

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Ist bereits eine Exceltabelle verknüpft, lässt sich die Modelldatei ohne Probleme öffnen. Wird nun die Exceltabelle (durch einen Kollegen mit Excel auf dem Rechner oder über Libre Calc oder Open Office) geändert (und im Fall von Libre Calc auch wieder als Office XLS gespeichert) dann wird die Änderung auch ohne Excel in das Modell übernommen.

Hier sieht man eine Exceltabelle, die in einer IPT in den Parametern eingebunden ist und gerade in Libre Calc geändert wird.

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Nach dem Speichern in Libre Calc und dem Aktualisieren in Inventor wird der geänderte Parameter – auch ohne Excel – übernommen.

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Inhaltscenter

Das Inhaltscenter, die Normteiledatenbank des Inventors (Siehe dazu auch: Inventor Normteile / Inhaltscenter: Die Basics), basiert entweder auf SQLLite-Datenbanken oder – im Zusammenspiel mit dem Vault Server – auf SQL Datenbanken. Hier ist zur Verwendung der Normteile kein Excel notwendig.

Wer allerdings eine Normtabelle in Excel bearbeiten will, hat natürlich ohne Excel schlechte Papiere:

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Was mit Libre Calc geht ist das kopieren von Zeilen aus der Familientabelle…

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… die kopierten Zellen in Libre Calc einfügen und ändern

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…aus Libre Calc herauskopieren und in die Famlientabelle einfügen

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Punkte importieren

In einem Bauteil lassen sich Punkt aus Exceltabellen in eine Inventorskizze einlesen (mehr dazu: Kurven über Excel erstellen). Der Befehl ließ sich ohne Excel aufrufen und ausführen, aber passiert ist nichts.

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VBA

Zugriff auf Excel über VBA siehe hier im unteren Bereich bei "Verweise (Referenzen)".

[image62.png]

Public Sub xls()
        Dim xlsApp As Excel.Application
        Set xlsApp = CreateObject("excel.application")
        xlsApp.Visible = True
        
        Dim objWorkbook As Excel.Workbook
        Set objWorkbook = xlsApp.Workbooks.Add 'Workbooks.Open(myFile)
        Dim objworksheet As WorkSheet
        Set objworksheet = objWorkbook.Worksheets("Tabelle1")
End Sub

Damit das Modul verfügbar ist, muss bei der Officeinstallation unter "Gemeinsam genutzte Office-Features" Visual Basic für Applikationen ausgewählt sein.

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Es darf ebenfalls nicht die Office Click-to-Run Version genutzt werden sondern die reguläre MSI-Installerversion. Siehe dazu hier.

iLogic

iLogic stellt einige Funktionen zum Datenaustausch mit Exceltabellen bereit. Ich habe nicht alle Funktionen probiert, aber ohne Excel scheint nichts zu funktionieren, was auch irgendwo einleuchtet, weil weil iLogic die gleiche Schnittstelle nutzt wie auch VBA.

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Theoretische Betrachtungen und Problemlösungen im Zusammenspiel mit Excel

Oft geht es nicht ohne Excel

Wer nur Grundfunktionen des Inventors nutzt, kann möglicherweise ohne Excel auskommen. Aber schon wer auf iParts zugreifen will (und seine es nur, weil er die aus dem Internet heruntergeladen hat), der hat ohne Excel ein Problem. Für die ernsthafte Inventoranwendung geht es meines Erachtens ohne Excel nicht!

Über welche Methoden kommuniziert der Inventor mit Excel?

Die Kommunikation zwischen Programmen unter Windows findet heutzutage über COM (Component Object Model) statt, einem Protokoll für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Anwendungsprogrammen. Immer wenn Inventor "meckert" das er Excel vermisst, dann wird versucht, über COM zu kommuniziert.

Ob von Inventor auch das alte DDE genutzt wird, kann ich nicht sagen.

In den Fällen, wo Exceldaten gelesen werden, ohne das Excel genutzt wird (thread.xls, clearance.xls, Parameter) kommt eine Drittanbieter-DLL zu Einsatz, die libxl.dll (weswegen die Umgebungsvariable, die bei Inventor 2017 gesetzt werden soll wohl auch "UseLibXL" geheißen hat)

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Wenn die Kommunikation nicht klappt

Ist eine unterstützte Excelversion installiert (siehe dazu die zur Inventorversion passenden Systemanforderungen) und es funktioniert die Excel-Kommunikation nicht, dann kann folgendes probiert werden:

  • Ist es vielleicht ein Problem, das nur mit der einen Inventordatei auftritt?
    Ich habe schon mehrfach den Fall, das ein Problem mit Excel nur mit einer bestimmte Inventordatei auftrat. Kommt es als zu einem Problem, den vergleichbaren Vorgang mit einer (oder mehreren) anderen Inventordatei(en) probieren. Erst wenn es da auch nicht klappt, ist es ein generelles Problem.  Sonst hängt es mit der spezifischen Datei zusammen.

  • Ist es ein Problem, das nur einen bestimmte Windows-Benutzer betrifft?
    Wenn es am gleichen PC bei einem Windowsuser klappt, wenn sich aber eine anderer anmeldet, geht es nicht, dann kann das Inventor Reset Tool helfen, das die Benutzereinstellungen des aktuell angemeldeten Windowsusers auf den Standard zurücksetzt.

  • Inventorregistrierungseinstellungen erneut installieren
    Ein DOS-Fenster mit Adminrechten starten, in das Inventorinstallationsverzeichnis welches (z.B. C:\Program Files\Autodesk\Inventor 2018\Bin) und den Inventor mit dem Befehlszeilenparameter /install starten. Der Inventor wird im Silentmodus gestartet und führt die notwendigen Änderungen durch.

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  • Inventor Reparaturinstallation
    Wenn der vorherige Schritt nicht hilft, dann eine Inventor Reparaturinstallation ausführen (Systemsteuerung > Programm und Funktionen > Rechtsklick auf Autodesk Inventor > Deinstallieren/Ändern)
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  • MS Office Reparatur
    Wenn das nicht hilft, dann hilft vielleicht eine Repraraturinstallation des Microsoft Office. Dazu gibt es hier eine Menge Infos.
    Und daran denken: MS Office in der Click-and-Run Version wird nicht unterstützt!

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Abschließende Erklärung

Die Informationen in diesem Beitrag habe ich mir durch Trial-and-Error, meinen bisherigen Erfahrungen und Google erarbeite. Wenn ich etwas vergessen habe oder ein wichtiger Aspekt ergänzt werden soll, schick mir eine Email oder schreibe deine Ergänzung in den Kommentaren.

14.02.2018

Windows FileInator: Dateimanager mit Inventor-Projektanbindung und Automatismen für Inventordateien

Vor kurzem habe ich meinen Dateimanager vorgestellt. Der ist gut für das Dateihandling im Windows Arbeitsalltag. Das neue Programm, der Inventor FileInator, ist ein spezieller Dateimanager für Inventordateien im aktuellen Inventorprojekt.

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Schlüsselfunktionen

  • Einfache Navigation in den projektspezifischen Ordnern, Vorlagen und selbst definierten Favoriten
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  • Navigationshistorie der besuchten Ordner um schnell wieder ein Verzeichnis zu finden.
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  • Spezialfunktionen für Inventordateien
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  • Filter für Inventordateien
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  • Anzeigebasis ist der Explorer, d.h. es greifen alle Funktionen, die dort auch funktionieren wie Thumbnailanzeige, iProperties-Tooltip, Kontextmenü, div. Anzeigemodi uvm.
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  • Einfache und schnelle Suche
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  • Anzeigen der Baugruppenstruktur inkl. Vorschaubilder und iProperties ohne die Baugruppe zu öffnen
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  • Zusatzfenster zur Anzeige der iProperties
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  • Automatisch Zeichnungsansichten generieren
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iProperties im Windows Explorer anzeigen als Tooltip (InfoTip.config)

Im Windows Explorer wird in einem Tooltip (einem gelben Kasten) die Inventordatei-iProperties angezeigt, wenn man den Mauszeiger auf eine Inventordatei "stellt".

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Welche iProperties dort angezeigt werden ist definiert in der Datei C:\ProgramData\Autodesk\Inventor 2018\InfoTip\de-DE\InfoTip.config (ggf. die Versionsnummer (2018) durch die aktuelle Inventorversion ersetzen).

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